3.1.7

Anlage von Verdunstungsbeeten/ Wetlands

Maßnahmenart

Funktionale Entsiegelung

Maßnahmengruppe

Herstellung von Bodenfunktionen auf versiegelten Flächen

Kurzbeschreibung und
Voraussetzungen

Ein Verdunstungsbeet, auch bekannt als urbanes Feuchtgebiet (urban wetland), ist eine spezielle Art von Grünfläche, die dazu dient, Wasser aufzunehmen und zu verdunsten. Verdunstungsbeete werden unterirdisch gedichtet, damit das Wasser nicht schnell versickert. Verdunstungsbeete besitzen die Fähigkeit, größere Mengen anfallenden Regenwassers aus dem umliegenden Raum, wie Straßen- und Verkehrsflächen oder Dachflächen, zu sammeln, im Boden zu speichern und schrittweise über die Pflanzen und den Boden (Evapotranspiration) an die Umgebung abzugeben. Die Verdunstungsbeete sollten möglichst dauerhaft durchfeuchtet sein, damit sich hochwertige Vegetationsarten mit einer hohen Verdunstungsrate etablieren können. Der Substrataufbau sollte 80 cm bis 100 cm betragen, damit ausreichend Wasser, auch in längeren Hitzeperioden, zur Verfügung steht. Die Dichtung sollte aus energetischen Gründen nicht durch Beton oder Folien erfolgen, sondern durch z. B. Lehme.

Die Verdunstungsbeete profitieren besonders in heißen und trockenen Sommern von dem im Boden befindlichen Wasserspeicher, welcher die Pflanzen über einen längeren Zeitraum mit Wasser versorgt. Verdunstungsbeete tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei und kühlen im nahen Umfeld. 

Verdunstungsbeete können vor allem dort umgesetzt werden, wo Flächen nicht entsiegelt werden können. Das betrifft unter anderem Flächen, die Bodenbelastungen aufweisen und die Bodenentnahme erhebliche Kosten verursachen würde. Weiterhin sind es Flächen, die unterkellert sind (z.B. Tiefgaragen) sowie in der Nähe von Gebäuden mit nicht gedichteten Kellern.

Verdunstungsbeete dienen der Verdunstung, daher werden versiegelte Flächen benötigt, von denen weitgehend unbelastetes Regenwasser gesammelt werden kann. Dies können Dächer von Industrie- und Gewerbeflächen sowie Wohnbebauung, Pkw-Stellplatzanlagen, Plätze oder untergeordnete Erschließungsstraßen sein. Generell sollte die Regenwasserzuführung in die Verdunstungsbeete überwiegend von Flächen geringer Belastung erfolgen.

Verdunstungsbeete können aufgrund der Dichtung an Standorten angelegt werden, auf denen eine Versickerung aufgrund von Bodenbelastungen nicht zulässig ist. Wenn die kf-Werte (Bodendurchlässigkeit) sehr schlecht sind, können lehmige oder tonige Substrate bereits als Dichtung dienen.

Da die Verdunstungsbeete gedichtet sind, können diese auch gebäudenah eingebaut werden. Beispielsweise wird Platz für Verdunstungsbeete geschaffen, wenn Straßenquerschnitte und Kreuzungen umgebaut (1.5) oder Kreuzungen optimiert (1.6) werden.

Klimaschutz und Klimaanpassung:
• Wasser verdunsten
• Retentionsfähigkeit und -kapazität verbessern
• Kühle Orte schaffen

Biologische Vielfalt:
• Regenwasser pflanzenverfügbar speichern
• Lebensräume schaffen und sichern

• Investitionskosten für ein gedichtetes Verdunstungsbeet: etwa 130 €/m²
• Pflege- und Unterhaltungskosten: etwa 10 €/m² im Jahr

Hinweis: Die angegebenen Kosten sind abhängig von der Bestandssituation und können stark variieren. Mögliche Mehrkosten, die beispielsweise durch die Beseitigung von Altlasten im Boden entstehen können, wurden nicht berücksichtigt. [1]

[1] BlueGreenStreets Toolbox – Teil B, S. 32. Abrufbar unter: https://repos.hcu-hamburg.de/handle/hcu/638

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