1.4

Nicht befahrbare versiegelte Flächen entfernen

(z.B. ungenutzte Wege, Aufstellflächen)

Maßnahmenart

Vollentsiegelung

Maßnahmengruppe

Herstellung eines offenen, belebten Bodens einschließlich Unterbau, Leitungen und Fundamente durch die Entfernung von Materialien wie Asphalt, Beton, Platten, Pflaster und Gebäuden

Kurzbeschreibung und
Voraussetzungen

Die Entsiegelung dieser Flächen ermöglicht unter anderem eine verbesserte Versickerung von Regenwasser, die Reduzierung von Hitzeinseln und die Schaffung neuer Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Darüber hinaus trägt die Entsiegelung zur ästhetischen Aufwertung urbaner Räume bei, indem graue Flächen durch eine grüne Bepflanzung ersetzt werden.

Im Straßenraum kann durch die Reduzierung von Fahrspuren, Abbiegestreifen oder die Verkürzung von Aufstellstecken, dem Rückbau von Ausfahrkeilen, der Reduktion von Korbbögen, der Verschmälerung von Fahrbahnbreiten nach Geschwindigkeitsbegrenzung, der Umwandlung von Stellplätzen oder der Aufhebung des Trennsystems zu Gunsten von Mischverkehrsflächen Platz gewonnen werden. An überdimensionierten Kreuzungsbereichen kann beispielsweise entsiegelt werden, wenn diese zu Kreisverkehren mit begrünter Mittelinsel umgewandelt werden.

Ein Schlüssel für die erfolgreiche Umsetzung liegt in einer gründlichen Analyse der Verkehrsbedingungen und der aktuellen sowie zukünftigen Nutzungsanforderungen an die betreffenden Straßenräume. Nutzungsanforderungen sind neben verkehrlichen, auch freiräumliche, städtebauliche, ökologische, klimatische und siedlungswasserwirtschaftliche Anforderungen, die in eine Abwägung einfließen.

Bei der Versickerung von Niederschlagswasser in entsiegelte Grünflächen ist darauf zu achten, dass ggf. eine Vorreinigung erforderlich sein kann. Die Notwendigkeit einer Vorreinigung hängt vom Verkehrsaufkommen und den Verkehrsarten (insbesondere Schwerlastverkehr) auf der jeweiligen Straße ab.

Entsiegelbare Verkehrsflächen lassen sich im gesamten Stadtgebiet Mannheims identifizieren. Zu den nicht befahrbaren aber versiegelten Flächen im Straßenraum gehören Sperrflächen, Mittelstreifen, Stadtplätze oder Bereiche, die ausschließlich von Straßenbahnen genutzt werden. Durch Rücknahme der Fahrdynamik im Bereich der Knoten und Geschwindigkeit auf der Strecke können weitere Rückbaupotenziale erschlossen werden.

Mit der vollständigen Entsiegelung können generell Maßnahmen zur Optimierung der Bodenfunktion (3.3), wie die Verbesserung der Retentionskapazität (3.3.4) kombiniert werden. Zusätzlich können auch Maßnahmen zur Wurzeloptimierung unter den verbliebenden versiegelten Flächen angewandt werden (3.2), die insbesondere Vorteile für Straßenbäume bringen. Synergien entstehen, wenn das Wasser von den versiegelten Flächen zur Bewässerung der Vegetation genutzt wird, sofern dieses nicht belastet und ggf. gereinigt ist (3.4).  In Situationen, in denen eine vollständige und flächendeckende Entfernung der Versiegelung nicht möglich ist, sollten Kombinationsmöglichkeiten mit den Maßnahmen der Teilentsiegelung geprüft werden (2).

Klimaschutz und Klimaanpassung:
• Regenwasser versickern
• Wasser verdunsten
• Retentionsfähigkeit und -kapazität verbessern
• Kühle Orte schaffen
• Natürliche Bodenfunktion herstellen

Biologische Vielfalt:
• Wuchsbedingungen ermöglichen
• Lebensräume schaffen und sichern

Lebensqualität:
• Schaffung von Klimakomfortplätzen, bspw.
bspw. Kühlung durch Verdunstung

Die Kosten für eine vollständige Entsiegelung können je nach Bestandssituation erheblich variieren. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Kosten, darunter Material, Unterbau, Baustelleneinrichtung, Bodenaushub, Bodenqualität, Auswahl des Oberbodens und der Bepflanzung. Die Kosten für die Entsiegelung liegen zwischen 60,00 und 230,00 EUR/m².

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